Kulturschock Vice Versa

13Juni2014

Nun ja komme ich jetzt mal auf den Kulturschock zu sprechen. Natürlich sind die Lebensumstände in Südamerika mit denen in Mitteleuropa nicht vergleichbar, in jeglicher Sitaution kann man Unterschiede feststellen.

Diesen sogenannten "Kulturschock" hatte ich dann nach meiner Ankunft natürlich auch wieder. Es hat schon etwas gedauert, bis ich wieder eingedeutsch bin, jedoch versuche ich teilweise, mir einige südamerikamerikanische Lebenseinstellungen und Gepflogenheiten beizubehalten :)

- Mir fehlt ganz klar die porentiefen Grundentspanntheit und Lockerheit, die den Latinos wohl angeboren ist. Es gibt nicht viele ernste Themen oder welche, über die man nicht scherzen kann.

- Ich muss mich erst einmal wieder daran gewöhnen, dass ALLE elektronischen Geräte sowie Fernseh- und Radioempfang funktionieren, wann man will. Duschen wird hier zum reinen Wellnesserlebnis, da man nicht immer zwischen brennendheiß und bitterkalt wechseln muss und man auch damit rechnen kann, dass das es in den nächsten Minuten immernoch Wasser gibt.

- Immer und immer wieder wundere ich mich über das Wetter in Deutschland. Man kann sich hier weder auf eine feste Regen- oder Trockenzeit noch auf nur kurzzeitige Regenschauer verlassen. Es kann durchaus sein, dass es tagelang im Sommer regnet oder ähnliches.

- Dass Pünktlichkeit eine deutsche Tugend ist, ist ja kein Geheimnis. Sich wieder daran gewöhnen zu müssen, dass jeder Termin, egal ob privat, beruflich oder auch nur Busfahrpläne, sehr ernst genommen wird, ist wirklich schwer für mich :)

- Jedes Mal wieder bin ich wieder überrascht, dass man sich vorher überlegen kann, was man einkauft und nicht erst beim Einkauf, abhängig von den verfügbaren Waren^^

- Kaum zu glauben, dass ich nicht mehr einfach mit 2 € losziehen kann und dafür ein vollwertiges Mittagessen mit Getränk und Nachtisch bekomme! Generell ist alles viel zu teuer...

- Mich fasziniert ebenso die Vekehrssituation in Deutschland: Während sich hierzulande jede über alles und jeden aufregt, obwohl der Verkehr echt human ist, bleiben die Lations absolut entspannt, auch bei ihrem sehr gewöhnungsbedürftigen Verkehr. Außerdem erwisch ich mich oft, dass ich das Anschnallen vergesse :)

- Mir fehlt tierisch die Hilfsbreistschaft der Leute, egal ob bekannt oder fremd. Hier in Europa ist es ja (leider) so, dass jeder mit einer echt schlechten Laune durch die Gegend läuft und man zu Fremden eher skeptisch und distanziert ist.

- Zu guter Letzt vermisse ich das Aus-dem-Koffer-Leben inklusive stinkigen Handtüchern,  immer dieselben Klamotten und viel zu oft Tasche packen^^ Inzwischen muss ich mich wieder selbst darum kümmern, genug Duschgel und Deo zu haben und nicht von anderen Backpackern schnorren zu müssen.

 

Es ist schon wirklich nicht einfach, mit den schwierigen Lebensumständen unserer verwöhnten und verschwenderischen Konsum- und Mediengesellschaft klarzukommen.^^

Bloggendes Backpacken

09Juni2014

Auf meiner spektakulären Reise durfte ich neben den neuen Leuten, Ländern und Kulturen ja auch die Reiseform Backpacking kennenlernen und dabei durch das Bloggen euch daran teilhaben lassen.Dazu muss man allerdings sagen, dass ich vorher überhapt keine Ahnung hatte, worauf ich mich da einließ^^

Backpacken. Nun ja, es liegt auf der Hand, dass ein Backpacking-Trip keine Luxuspauschalreise ist und man sich auf einfache Verhältnisse und stressige Situationen einstellen muss. Man übernachtet teilweise in schlechten Unterkünften mit schnarchenden und schwitzenden Zimmergenossen oder isst sehr einfaches Essen an der Straße oder Selbstgekochtes aus der Hostelküche. Frühes Aufstehen, stundenlange Busreisen und fast tägliches Herumschlagen in neuen Umgebungen - klar, ist das sehr nervenzerreißend, aber dennoch liebe ich es! Du hast einfach unendliche Freiheiten :) Wenn es dir denn mal irgendwo nicht gefallen sollte, haust du einfach ab. Andersherum kann man ohne Probleme auch mal irgendwo länger bleiben, wenn man will^^ Man muss sich zwar um alles selbst kümmern, aber man ist selbst der Boss und entschiedet, wie, wann und wo man seine weitere Reise plant und umsetzt. Man lernt tierisch schnell neue Leute kennen: als Zimmernachbarn, auf Touren oder einfach im Bus! Außerdem kann man selbst entscheiden, wieviel man im Moment für Essen oder Unterkunft ausgeben möchte und wie man sich seine Freizeit gestaltet. Genug gute Gründe, es einfach zu lieben oder?

Backpacktypen. Diese spezielle Art zu reisen ist natürlich nichts für jeden. Ich habe auf meiner Reise festgestellt, dass es viele verschiedene Touristentypen gibt, die - meiner Meinung nach - mehr oder weniger zum Backpacken passen.
--- Für die "durchorganisierten Planer" würde ich lieber eine Pauschalreise empfehlen. Alles muss im Vorfeld gebucht werden und es wird sich strikt an Pläne gehalten. Jede freie Zeit wird mit Aktivitätan vollgestopft und man versucht, ALLES zu sehen. Falls mal ein Bus oder Ähnliches Verspätung hat, wird man unentspannt und es muss wieder neu geplant werden. Aus meiner Sicht, ein sehr nerven- und zeitraubendes Modell, wo etwas der Chillfaktor und der Spaß auf der Strecke bleibt.
--- Der sogenannte "Hippie-Backpacker" chillt dagegen fast die ganze Zeit im Hostel. Entweder es wird gekifft, gesoffen oder mit Gleichgesinnten über Gott und die Welt philosophiert. Wenn es in einem Rausch nach Tatendrang mal dazu kommen sollte, dass dieser den Ort wechseln möchte, wird einfach losgegangen und dann irgendwie weiter gefahren, meist noch unwissend wohin überhaupt... Dort wird ich natürlich erstmal eine Woche von den Reisestrapazen erholt, um erst einmal wieder herunterzukommen. Grundsätzlich wird nie das Hostel verlassen, ist ja auch zu anstrengend^^
--- Die "Gruppen-Backpacker" sind natürlich nie alleine. Sie haben es am einfachsten nette Party- und Trinkabende zu haben und können alle Kosten und die Planung auch untereinander aufteilen. Egal, ob sie als Gruppe zusammen gestartet sind oder sich während der Reise erst kennengelernt und zusammengeschlossen haben, leider ist mir aufgefallen, dass man sich irgendwann gegenseitig auf den Sack geht. Je mehr Leute miteinander reisen, desto unwahrscheinlicher wird es, auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen, wenn es ums Weiterreisen oder den Aktivitäten geht. Die Chemie muss einfach stimmen und man muss es sich ganz gut überlegen!
--- Als "Flitterwochen für Arme" kann man die teilweise schon peinlichen Auftritte von Backpack-Pärchen bezeichnen. Natürlich sind nicht alle so, aber ein Großteil verbringt dann rund um die Uhr miteinander. Klar, dass sie zusammen essen, übernachten oder Sightseeing machen, aber wenn sie dann zusammen ein Buch lesen oder Zähne putzen, ist schon etwas übertrieben. Dann ist es auch noch oft so, dass sie absolut blocken und nur miteinander oder anderen Paaren reden und nicht mit Singles, wie es oft beim Backpacken der Fall ist. Es kam teilweise vor, dass ich in einem Fünferzimmer mit zwei Paaren war, was mir dann wirklich nicht gefallen hat...
--- Beim "Mitläufertyp" ist das Problem, dass er alleine reist, obwohl er es eigentlich gar nicht möchte. Bei der einen Variante will er unbedingt für andere bestimmen, wie alles gemacht wird, bei der anderen muss ihm wie einem Kleinkind alles vorgeschrieben werden und man fragt sich doch, ob diese Leute überhaupt lebensfähig sind :)
--- Die "Kulturresistenten" reisen zwar durch die exotischsten Länder, wollen aber im Grunde gar nichts von deren Kultur oder Gesellschaft kennenlernen. Sie unternehmen ausschließlich was mit eigenen Landsleuten oder anderen Touristen und meiden die Einheimischen... Sie machen praktisch nur das, was im Lonely Planet nur als absolut ungefährlich beschrieben wird und arbeiten die Highlightsliste einfach ab! Sie "leben" überhaupt gar nicht, also man würde sie nie alleine in einem Café sitzen sehen, da man ja so der Kultur näher kommen könnte :s Wenn sie dann wiedr nach Hause fahren können die dir alle tollen Sachen erzählen, die sie so getrieben haben, aber kein Wort dazu, wie die Einheimischen denken, leben oder welches Motto die Gesellschaft repräsentiert. 

Ich denke, ich bin als Backpacker irgendwo dazwischen. Klar schaue ich mir auch Sachen an und mache Touren, aber ich liege genauso gut auch am Strand oder chille mit anderen im Hostel und das ist wirklich das Beste, wie ich finde: Du machst alles so wann und wie du es gerade willst! Du hast kein Bock schon um 10 aufzusethen? Okay dann schlafe noch ne Stunde! Muss ja nicht sein, dass Urlaub in Arbeit ausartet, aber auch nicht, dass es eine Gammel-Hartz-IV- Fahrt wird^^

Bloggen. Sehr viele Backpacker haben einen eigenen Blog im Internet, aber es gibt sie auch für Familienurlaube oder Pauschaltrips. Ich finde es wahnsinnig spannend, fremde Blogs zu lesen, aber ich ärgere mich jedes Mal, wenn ich an einem superlangweiligen, staubtrockenem und absolut pessimistischem Reiseblog meine Zeit verschwende! Ich meine, es kann doch nicht deren ernst sein, eine Möchtergernreportage à la arte niederzuschreiben... Auf der anderen Seite gibt es echt auch spannende und fesselnde Blog, die echt Spaß machen, sie zu lesen^^ 
Beim Schreiben meines Blogs hatte ich jede Menge Spaß und ich hoffe, ich konnte ihn durch einige kreative Ideen und ein paar coole Fotos aufpeppen, sodass ihr als Leser sowohl geflasht als auch neidisch wart :))

Backpacken jedes Mal wieder, aber auch mit Blog!

Menschen. Bilder. Emotionen.

28Mai2014

So eh man sich versieht is ist schon alles vorbei! Es kam mir zwar vor, als wäre ich viel länger unterwegs als neun Monate, aber trotzdem frage ich mich jetzt, wo die Zeit nur geblieben ist :)

Es ist gar nicht möglich, alle meine tollen Erfahrungen in Südamerika hierhin zu schreiben. Jetzt kann ich nur noch in Erinnerungen schwelgen und versuchen einen kurzen Jahresrückblick zu verfassen.

Mein Reiseabenteuer begann am vorletzten AUGUSTtag. Nach dem kurzen Abschied, der Verwirrung am Frankfurter Flughafen, dem Aufenthalt in Panama-City und den drei Einzelflügen, konnte es in Santiago endlich starten.
Der SEPTEMBER stand für mich unter keinem guten Stern. Nach dem hektischen Großstadtleben in Santiago lernte ich das familiäre Dorfleben (Puerto Saavedra) der Chilenen im skandinavischen Klima kennen. Gelangweilt von meiner Arbeit, überfordert mit dem sehr starken Akzent und geflasht von der Feierwütigkeit am Nationaltag versuchte ich das Beste aus meiner Lage zu machen. Die erfolgreichen WM-Qualifikationen und netten Grillabende wurden zur Gewohnheit.
Die Feierei ging nahtlos über im noch regnerischerem OKTOBER: Eine Babyparty, eine Einweihungsparty, Halloween, ein Geburtstag, der Tag der dt Einheit, mein Abschied und ein Encuentro der ganz besonderen Art standen in meinem Terminkalendar. Bei dem Encuentro näherten sich die indigenen Kulturen der Mapuche und die Urbevölkerung der Osterinsel bezüglich einer Hochzeit an. In Temuco wurde mir die deutsche Immigrationswelle in Chile bewusst.
Mit der abschließenden Kayaktour auf dem Lago Budi endete im NOVEMBER mein erstes Projekt. In Pucón ging ich bei der kräfteraubenden Vulkanbesteigung an meine Grenzen. Von da an hatte ich Gelegenheit, mir einmal Argentinien anzusehen. Steaks, der Tango und starke europäische Einflüsse begleiteten mich ständig auf meiner Reise über Bariloche, Buenos Aires und der pataginischen Pampa. Mitte des Monats startete mein nächsten Projekt, Hostelarbeit im chilenischen Arica. Zu meinen Arbeiten gehörte neben dem Frühstücksdienst auch die Registrierung der Gäste und die Wäsche.
Meine Adventszeit verbrachte ich ganz unkonventionell am Strand, beim Surfen, mit Pilgern oder in der andinen Wüste des Hinterlandes. Statt dem Nikolaus grüßte ich den uralten Aymará-Mumien. Gegen Ende des Monats DEZEMBER bekam ich eine Woche Urlaub in Bolivien, wo ich neben der höchstinteressanten Kultur die bombastischsten Landschaften überhaupt bestaunen durfte, bevor ich ein supernetten Multi-Kulti-Weihnachtsfest feiern durfte. Den Jahreswechel an Silvester war dafür eher enttäuschend, wenn auch ungewohnt heiß :-)
In meinem NeujahresJANUAR startete eine nächste, langersehnte Reiseetappe: Peru! Auf dem schweren Abschied in Chile folgten ein Besuch Arequipas inklusive mitreißender Raftingtour, das Treffen mit meiner Schulfreundin Caro in Cusco und die traumhafte Fahrt zum mystischen Machu Picchu. Nach dieser geilen Woche besuchte ich Dustins Gastfamilie Cortez im ecuadorianischem Quito für einige Tage, in denen sie mich unbeschreiblich herzlich bewirteten und mir ihre wunderschöne Stadt zeigten. Danach verließ ich Anden, Lamas und co und fing an, auf den Galápagosinseln Baum zu hacken, Gras zu pflanzen und Mais zu pulen, was dann als "Umweltschutzprojekt" lief.
In der Freiwilligenstation kam Klassenfahrt-Feeling auf und in unserer Freizeit zeigten sich die paradiesischen Inseln von ihrer schönsten - und leider auch teuersten - Seite. Nachdem eine 18-Personengruppe aus GB kam, wurde der Chef dort immer nerviger, aber die ernste Arbeitseinstellung wich viel Spaß. Bei einem nachfolgenden, mehrtägigen Inseltrip auf alle vier bewohnten Eilande ging es vor allem um Urlaub, Feierei und noch mehr Spaß. Leider musste ich im MittFEBRAUR wieder abreisen, um nach Costa Rica zu fliegen. Nach einer nichtvorhergesehenen Sprachschulwoche in San José, durfte ich dann schließlich auch zu meinem nächsten Projekt, Hotelarbeit in Puerto Viejo (nördlicher Regenwald).
Den ganzen MÄRZ war ich dann in Costa Rica unterwegs. Bei meiner Arbeit in der Eco Lodge servierte ich Essen, war ich im Restaurant und als Guide tätig, musste ich mit der schwierigen Art der drei Vorgesetzten klarkommen, lernte ich die anderen Angestellten und die Arbeitsabläufe kennen und hatte sonntags Zeit zum Reisen, genauso wie die Zeit direkt danach. Dabei erstaunten mich die sagenhaften Landschaften um Tortuguero, La Paz und der Pazifikküste. Außerdem genoss ich die Städte Cartago, Heredia sowie Alajuela und ich hatte karibische Träume am Atlantik. Nicht zu vernachlässigen natürlich auch das Wildlife, das ständig und überall in Costa Rica auftaucht.
Mein Naturabenteuer endete im APRILmonat an der nördlichen Pazifikküste Costa Ricas, als mich der Manuel Antonio, Montezuma und mein Hitchhiking-Abenteuer zu den Wasserfällen erstaunten. Als Kontrastprogramm gab es für mich ein buntes Kulturprogramm im interessanten und indigenen Guatemala: Von Vulkanbesteigungen und Salsastunden über eine Kaffeefahrt und den Besuch der "gefährlichsten Stadt Amerikas" bis hin zu den hammergeilen Naturpools von Semuc Champey war alles dabei. Das Osterfest feierte ich bei den erzkatholischen Passionsumzügen, den Messen, den Straßenteppichen und zudem am Schwarzsandstrand von El Salvador. Hier hatte ich auch mein letztes Projekt, bei dem ich als Voluntär auf der Behindertenstaion eines Krankenhauses arbeiten durfte. Die Arbeit war vielleicht nicht abwechslungsreich aber sie gab mir mental und psychisch extrem viel und ich lernte das Leben zu schätzen.
Die Schlussetappe, bei der ich fünf Länder besuchen würde, begann pünktlich zum Monatswechsel in den Küstenstädten Río Dulce, Lívingston und Flores. In Tikal nahm ich die Pyramiden der Mayakultur unter die Lupe, bevor ich mich nach Belize aufmachte, wo ich das Backpacker-Chillleben auskosten konnte und mit meinem Schnorchel-Segeltörn einen meiner Highlights erlebte. In Mexiko blieb ich dann infolgedessen für einige Tage in Cancún, wo ich mir die Paradiesinsel Isla Mujeres und das Maya-Weltwunder Chichen Itzá angesehen habe. Mein nächstes Zwischenziel war die viel zu große Millionenstadt Mexiko City, in der ich etwas von der mexikanischen Kultur und dem doch modernen Lifestyle der Hauptstadt erleben konnte. Nach einem weiteren Flug landete ich in Miami Beach, wo ich das dekadente und protzige Amileben kennenlernte und mich entschloss, die Bahamas zu besuchen. Gesagt, getan. Die letzten Tage verbrachte ich so sonnend am Hotelpool, schwimmend im Meer, trinkend in Miami Beach oder überfordert in Miami Downtown. Mit meinem Rückflug am 20./21. MAI  nach Düsseldorf endete das kleine, aber feine Abenteuer meines Leben.

So das wars, ich hoffe, es hat euch auch gefallen, dass ich meine Erfahrungen mit euch geteilt habe! Ich würde auf jeden Fall alles wieder so machen :D

The Life after...

26Mai2014

Jetzt bin ich schon etwas zurück und natürlich frage ich mich, was hat sich verändert?

Natürlich habe ich mich äußerlich verändert, ich habe 15 Kilo abgenommen und bin ziemlich braun geworden. Aber natürlich habe ich mich auch innerlich gewandelt. Klar haben sich meine Englisch- und Spanischkenntnisse mächtig verbessert.

Aber ich denke auch, mit meiner Reise hat sich mein Horizont grundlegend verändert. Man lernt vollkommen andere Kulturen und Gesellschaften kennen und diese zu schätzen. Andererseits wird einem klar, wie gut es wir in Europa haben, aber auch, was uns fehlt. Beim Backpacken gewinnt man eine gewisse Menschenkenntnis, aber man lernt auch, Vorurteile und das Schließen voreiliger Schlüsse abzulegen. Denn hinter meist "komischen" Fassaden stecken oft sehr hilfreiche, nette und interessante Persönlichkeiten, die man im Normalleben nie getroffen hätte...

Dadurch das ich batürlich oft auf mich alleine gestellt war, bin ich viel selbstbewusster geworden und mir ist klargeworden, wo meine Stärken und Schwächen liegen.

Meine Grundabsicht für das Auslandsjahr, herauszufinden, was ich danach studieren werde, hat sich als schwer realisierbar erwiesen, denn ich hatte ständig etwas zu tun. Jedoch konnte ich feststellen, dass dieses ganze Kultur- und Sprachwesen mein Ding ist und ich höchstwahrscheinlich in die Richtung gehen werde... Wie, wo, wann und was genau, das gilt es in den kommenden Tagen und Wochen herauszufinden!

Eins kan ich zusammenfassen, mir hat das Jahr unendlich viel gebracht und ich würde es auf jeden Fall wieder so machen! Ich habe das Glück, dass ich größtenteils durchweg positive Erfahrungen machen durfte und mir das nun ständig und überall Vorteile verschaffen wird, davon bin ich stark überzeugt!

Game Over

20Mai2014

Da war er gekommen, der Abreisetag. Als ich morgens um zehn aufwachte, blieben mir nur noch sechs Stunden zum Abflug und mein Abenteuer sollte zuende gehen.

Ein letztes Mal machte ich mich fertig, packte meine Sachen und checkte aus. Die Restzeit füllte ich mit einem letzten Rundgang an der Strandpromenade und als Krönung gönnte ich mnir ein dekadentes Breakfast genau am Ocean Drive, dort wo ich immer wieder vorher dran vorbeigelaufen bin.
Um 13 Uhr nahm ich ein überteuertes Taxi und gelangte so auch sogar zum richtigen Flughafenabteil der "Airberlin".

Meine Gefühle waren gemischt, auf der einen Seite war ich extrem froh nicht mehr aus dem Rucksack leben zu müssen und nicht mehr ständig neue Leute und Orte um mich zu haben, klar, macht das superviel Spaß, aber ich war etwas reisemüde geworden... Auf der anderen Seite wollte ich nicht, dass mein Auslandsaufenthalt zuende ist, denn ich hatte eine unvergessliche Zeit und wollte nun nicht zuhause in ein "schwarzes Loche" fallen. Allerdings wusste ich auch, dass es genug Leute gab, die auf mich warten und auf die ich mich auch schon echt freue ;) Irgendwann muss man auch einen Schlussstrich setzen, nach Hause zurückkehren, Geld verdienen und sich ums Studium kümmern. 

Es war schon okay, so wie es war^^ Die Erfahrung war nur schwer topbar und ich wollte endlich zurück!

Bereits am Check-In-Schalter wurde ich von der grunddeutschen Realität eingeholt: meckernde und genervte Pauschaltouristen, denen es nicht pünktlich genug sein kann und die sich wegen jeder Kleinigkeit gleich in die Haare kriegen, naja...

Ich war immernoch in meiner neuen Basisentspanntheit und bin so ganz gechillt durch die überfüllte und völlig lächerliche Leibesvisitation gekommen und dann ins Flugzeug gestiegen. Abflug um 16 Uhr Ortszeit, Flugzeit 9 Stunden, Zeitverschiebung 6 Stunden, also Ankunftszeit 7 Uhr Ortszeit Düsseldorf. Den Flug habe ich mir mit meinem eigenen Bildschirm und der ersten Staffel von Breaking Bad vertrieben, nicht schlecht!

Am Flughafen hatte ich zwei Stunden, um den Flughafenbahnhof und das richtige Gleis zu finden. Im ICE direkt nach Hannover musste ich erst einmal stehen, konnte mich dann aber doch hinsetzen.

 

Um halb 12 Uhr kam ich endlich im Hauptbahnhof Hannover an und wurde königlich in Deutschlandkluft von meiner Familie und meinem besten Freund enpfangen. Nach kurzem Schnacken gings nach Hause.

Dort kamen am selben Tag immer mal wieder Freunde und Bekannte vorbei, um mich wieder willkommen zu heißen. Um Mitternacht ging ich nach knapp 34 Stunden Wachsein endlich ins EIGENE Bett!

 

Am darauffolgenden Tag dann die nächste Überraschung. In meinem Lieblingsclub gingen meine Freunde und ich endlich mal wieder feiern! War geil :)

 

Zwei Tage später dann wieder Surprise! Meine Eltern und mein Bruder haben mir eine supernette Grillparty mit all meinen Kumpels organisiert, die eindeutig gelungen war! Danke dafür!

Luxury meets Homelessness

19Mai2014

Unglaublich, schwupsdiwups und schon war mein allerletzter Tag meines Südamerikaabenteuers gekommen. Ich kam tiefenentspannt von den Bahamas zurück und hatte nur noch eineinhalb Tage in Miami übrig...

Da ich Miami Beach ja schon gesehen habe, dachte ich, ich schaue mir mal Downtown an. Gesagt, getan^^ Ich nahm den öffentlichen Stadtbus und los ging es über Brücken immer weiter Richtung Zentrum! An einem großen Verkehrsknotenpunkt steig ich aus und war natürlich etwas verwirrt, bin dann aber schließlich mit einer kostenlosen Schwebebahn noch ein Stück weiter gefahren und bin endlich in Downtown angekommen. Man kommt sich superklein vor durch die ganzen monströsen Hochhauskomplexe, die vor allem aus Bankgebäuden, Kaufhäusern und Büroriesen bestehen. Zwischendrin gibt es natürlich immer wieder Starbucks', Donutläden oder Fast-Food-Restaurants.

Interessant, was für unterschiedliche Menschen man dort so zu Gesicht bekommt: Von oberprotzigen Checker über normale Büroleute bis hin zu abgewrackten Drogenyankees, alles! Als ich einmal etwas abseits Richtung Hafen gegangen bin, wurde ich mehrmals von komischen, meist dunkelhäutigen Obdachlosen angesprochen. Das war mir dann doch nicht ganz geheuer und ich kehrte um. Dann ging ich los nach "Little Havana", weil das ziemlich spannend für mich klang. Allerdings musste ich dafür unter mehreren Highways entlang... Vorher wusste ich natürlich nicht, dass dort echt viele Obdachlose in Pappschachteln "hausen". Mit einem mulmigen Gefühl haschte ich dadurch und ging auf die nächste Brücke, von der ich die unglaubliche Skyline von Miami ansehen durfte. Leider wurde es auf der anderen Seite sehr schmuddelig und so kehrte ich wiedermals um.

I am in Miami, Bitch! The Fantastic Skyline

Nach einigen Stunden fragte ich mich, was ich eigentlich dort noch machen sollte und so fuhr ich wieder zurück nach Miami Beach. Dort genoss ich einige letzte Sonnenstunden und aß zum letzten Mal zu Abend, bevor ich in der Dachbar einen coolen Abend verbrachte, wo ich nette Leute kennenlernte.

Den extremen Unterschied zwischen Arm und Reich kannte ich ja bereits schon aus Südamerika, aber irgendwie erscheint dieser in Miami nochmals schlimmer... Auf der einen Seite duschten die Leute in Champagner auf ihrer Privatyacht, auf der anderen Seite schlafen die Leute halbnackt in Umzugskisten. :(

Bahama Mama

18Mai2014

Der Traumausblick von meinem Zimmer aus!

Überraschung! Am dritten Tag in Miami Beach dachte ich mir, du kannst nicht die ganze Zeit herumgammeln, ich wollte mal etwas unternehmen. Irgendwie waren mir Touren zu den Everglades oder nach Downtown zu teuer, also habe ich nach Alternativen gefunden und ich wurde fündig!  Am vierten Tag in den USA verließ ich sie auch schon wieder, um auf die Bahamas zu fahren. Klar ist das jetzt an Protz und Neidischwerden nicht zu übertreffen, aber preislich ist es dort genauso wie in Miami und dort habe ich mich nicht 100 % wohlgefühlt.

Also nahm ich am Freitag früh morgens einen Transfer zum Fähranleger in Fort Lauderdale, wo wir zwei Stunden vor Anfahrt hinkamen. Dort folgten für uns etwa sechs Stunden pures Warten... Ohne Flax: Gepäckaufgabe, Check-In, Passkontrolle, 2-Stunden-Überfahrt nach Freeport (Grand Bahama Island), erneute Passkontrolle, Gepäckdurchsuchung und Finden eines Taxis dauerten schon ihre Zeit. Ehrlich gesagt waren die ungefähr 600 Passagiere etwas viele, dafür war das Riesenboot aber auch mit Restaurant, WCs, DutyfreeShops und sogar einem Casino ausgestattet.

Leider wurden wir als Gäste in verschiedene Gruppen eingeteilt: 1) Leute, die noch am selben Tag nach Miami zurückkehren (Eintagestour), 2) Leute, die dort über Nacht bleiben (also auch ich) und 3) Bahamaer und Leute, die dort wohnen.

Diese Reihenfolge wurde auch strikt eingehalten, also beim Heraufgehen auf das Schiff, beim Aussteigen und sogar bei der Gepäckausgabe. Fand ich im ersten Moment ziemlich unfair, aber später stellte sich heraus, dass diese Leute nur knapp vier Stunden auf der Insel haben, es sich praktisch überhaupt nicht lohnt. Da war ich wirklich echt froh, als ich um halb drei zu meinem Hotel, dem Flamingo Bay, ankam. Da es diesen Tag nur geregnet hat, war ich doppelt glücklich, nicht wie viele andere nur diesen Tag dort geblieben zu sein. Ich verbrachte den restlichen Tag auf meinem Luxuszimmer mit Doppelbett, Riesenbad, Fernseher und Küchenzeile. Endlich amerikanisches Fernsehen! Abends ging ich etwas im Hotel herum und aß im Restaurant dort, wo ich den berühmten Cocktail "Bahama Mama" probierte. Hier einmal das passende Rezept, das dieses wundervolle Land erklären soll:

8 cl weiße Traumstrände

4 cl türkises, abkühlendes Karibikwasser

4 cl Dutyfree-Luxus-Boutiquen

je 3 cl Menschen afrikanischer, jamaikanischer und "weißer" Abstammung

1 cl Kolonienostalgik von England

0,5 cl entspannte Hängemattenstimmung

ein Schuss Raggae-Cannabis-Hippie-Kultur

eine Prise Linksverkehr

Geben Sie alle Zutaten mit genug Eiswürfeln in einen Sonnen-Shaker, schütteln und zusammen mit dekorierenden Sonnenschirmchen und tropischen Palmenfrüchten in einem poolförmigen Longdrink geben und dem gutbetuchten, meist amerikanischen Otto-Normaltouristen servieren.

Am Pool hätte ich locker mehrere Wochen ausgehalten^^ Ich werde mir bald eine Hängematte zulegen... # Just, let me take a selfie # Der Eingang zum Einkaufsparadies Bitte lass mich hier nie weg!

Natürlich ist dies mein personlicher Bahama Mama, aber der Originalcocktail schmeckt auch gut ;)  (Rum, Malibu und Zitrus)

Kurzum: den folgenden Tag habe ich mit im Restaurant, am Strand und am Pool verbracht, was ich gar nicht weiter beschreiben muss^^ DER BLANKE WAHNSINN, hier die Fotos:

Am Sonntag musste ich abends auch schon wieder zurück leider, am Mittag hatte ich noch Gelegenheit, mir die wunderbare Touristen-Einkaufspassage "Port Lauyaca" anzusehen. Diese besteht fast nur aus Fast-Food-, Souvenir- und Juwelierläden und hin kam ich per 10-minütiger Fähre meines Hotels über den kleinen Kanal. Dort verbrachte ich zwei Stunden, checkte aus dem klasse Hotel aus und nahm ein Taxi zurück zum Fähranleger, wo ich natürlich wieder mal massig warten durfte.

Klar, dass wieder die schon bekannte Reihenfolge gewählt wurde. Jedenfalls war ich kaputt und nach Bootsfahrt und Transfer um Mitternacht zurück in dem alten Hostel mitten im Zentrum, um dort meine wirklich letzten zwei Tage verbringen zu dürfen.

Ein absolut geiles Ende eine Hammerreise!

Miami Weiß - South Beach

15Mai2014

Ein doch etwas anderer Lebensstandard: ... Die Anwesen... ... und die geilen Autos! Es dauerte immerhin 10 Min zum Strand^^ Die geile Strandpromenade Der berühmte Ocean Drive ... und die populäre Washington Avenue!

Nach nicht einmal zwei Tagen in der Wahnsinnsstadt Mexiko City musste ich leider auch schon wieder abreisen. Ich hätte dort locker mehr als eine Woche verbringen können, die Leute, die Sehenswürdigkeiten und der Trubel auf den Straßen sind einfach nur der Hammer. Naja nach einem gechillten Frühstück fuhr ich zum Flughafen zurück und stieg mittags in den Flieger nach Miami, USA.

In vier Stunden sind wir gelandet und ich war ehrlich gesagt etwas zwiegespalten. Klar ist Miami richtig geil, aber mir fehlte bereits Südamerika :( Alle reden auf einmal Englisch mit dir und jeder verschwendet, protzt und lebt in Dekadenz.

Direkt vom Flughafen ließ ich mich nach Miami Beach fahren, der Urlaubshotspot der Stadt. Etwas von Los Angeles, etwas von Kuba und etwas Karibisches und fertig ist dieser etwa 10x10-Blocks-große Stadtteil voll mit Bars, Restaurants, Zigarrenmärkten, Dinern und Unterkünften. Die Washington Avenue und die Collins Ave stehen alleine für Luxusboutiquen und snobiges Klientel.

Für meine letzten Tage habe ich mir nichts weiter vorgenommen, ich wollte einfach das Wetter und die Umgebung genießen. Leider habe ich nur einen Nachmittag mich sonnen können, da es die restliche Zeit über nur geregnet hat :(  Egal, der weiße Hammerstrand unter genügend Palmen ist wirklich genauso chillös, wie man sich ihn von Miami auch vorstellt.

Es gibt jetzt zwar nicht so viel Verschiedenes zu unternehmen oder zu entdecken, aber durch den "Art-Deco"- Baustil der Häuser, der Fitnessfreaks an der Strandpromenade und der protzigen Sportautos hat man ständig und überall etwas zu sehen oder gar zu staunen.

Mein Hostel war absolut super, echt modern und ständig neue Leute da, freundliches Personal und echt sauber^^ Direkt am berühmten Ocean Drive, hätte es zentraler überhaupt nicht sein können.

Kulinarisch habe ich es mir auch gut gehen lassen, ich ging zu Burger King und Starbucks genauso wie zu einer Pizzeria, einem Diner und einem Mexikaner. Multikulti war angesagt! Und für jeden Geldbeutel ist auch was dabei, natürlich jedoch nur von mittel bis superexklusiv.

Die Abende habe ich fast immer in der "Rooftopbar" über dem Hostel verbracht, wo die Aussicht wirklich nice war :) Einmal waren wir als Gruppe sogar im nahegelegenen Havannaclub feiern, wo uns viel zu geile Kellnerinnen viel zu teuere Drinks in der viel zu vollen Disco servierten. Um fünf Uhr morgens gingen wir dann auch schon zurück Richtung Hostel^^

Nachdem ich netterweise eine Finanzspritze von Zuhause bekommen hatte (EC-Karte verloren), buchte ich einen ganz wunderbaren Kurztrip für die nächsten zwei Tage...!

 

Einer unter 30 Millionen

12Mai2014

DÍA UNO _ Es kam wieder ein Sonntag und der war zufälligerweise auch wieder Reisetag. Vormittags verließ ich meine Schmuddelunterkunft in Cancún, fuhr zum Flughafen und nahm einen Flieger nach Mexiko City. Aber Moment, kein Flughafenbesuch ohne Problem.

Wie ich bereits in einem früheren Blogeintrag beschrieben habe, hatte es Probleme bei der Buchung des Fluges gegeben. Deshalb riefen ja meine Eltern an, um dies zu klären. Der Fluig wurde bestätigt und alle sind glücklich. Haha, denkste! Netterweise schickten mir die Leute am Morgen des besagten Tages eine Stornierungsmail ohne ersichtlichen Grund mit der Vorwarnung auf Bearbeitungsgebühren ab 50 €.

Ist schon klar, wann ich von dieser Email erfahren habe, oder? Am Schalter konnte mir keiner weiterhelfen und so musste ich allen Ernstes denselben Flug neu vor Ort kaufen, auch gar nicht überteuert... Als wir endlich fertig waren und ich eingechekt hatte, hatte ich nur noch eine Dreiviertelstunde Zeit. Echt gutes Timing^^ Der zweistündige Flug ging extrem schnell vorbei und so kam ich am Nachmittag in der Hauptstadt Mexikos an.

Diese ist mit 9 Mio Einwohner (fast 30 Mio im Ballungsraum) die größte Stadt in Süd-/ Mittelamerika und eine der größten der Welt :0 Schon beim Flug fiel auf, wie lange wir über diese eine Stadt flogen und bei der folgenden Taxifahrt war ich auf Anhieb fasziniert vom Leben und Trubel überall. Der nette Fahrer brachte mich direkt zum Zentrum und nach kurzem Suchen fand ich endlich das Hostel, in das ich wollte. Kurz eingecheckt und schon gings auf einen "kleinen" Stadtrundgang, wobei ich in rund 4 Stunden nur das historische Zentrum schaffte! Durch diverse Parks, Kirchen, Museen und Plazas wird das Stadtbild optisch total aufgelockert und sorgt absolut nicht für Langeweile.

Interessanterweise ist Mexiko-Stadt die "offenste" Stadt, die ich gesehen habe auf meinen Trip. Überall giibt es Schwulen- und Lesbenpaare, und man sieht auch Emos, Punker und typische Mexiko-Cowboys. Einfach ein chilliger Ort, um sich den ganzen Tag das Leben auf der Straße anzusehen - genug Leute zur Auswahl gibts ja!

Nach superleckeren Tacos schaute ich noch kurz bei einem riesigen Konzert auf dem Hauptplatz vorbei, bei dem eine berühmte mexikanische Band spielte. Dann ging ich ins Bett.

DÍA DOS _ Ich habe super geschlafen, da ich in meinem Zimmer alleine war. Jedenfalls stand ich auf und suchte mir erst einmal ein richtig schönes Frühstück. Ich wurde direkt am Plaza Mayor fündig, wo ich beim Essen einen Hamma-Ausblick hatte. Gestärkt ging ich dann zu verschiedenen Märkten. Zunächst ein total vollgestopfter Klamottenmarkt mit Markenfälschware vom Feinsten ("Pino Suárez"), danach ging ich zum Größten Markt der Stadt, der "La Merced". Dort gab es wirklich alles! Von Klamotten über Spielsachen, Elektrogeräte ebenso wie Obst, bishin zu Dekomaterialen und Blumensträuße. Zwischendrin habe ich mich immer mal wieder verlaufen, da alles einfach wahnsinnig eng und zugestellt war und die Leute überall hektisch vorbeiwollten. An fast jeder Ecke gab es Essen zu kaufen und die Geräusch- sowie Geruchskulisse war echt eine Klasse für sich...

Gleich gegenüber ging ich zum "Sonora"-Markt, auf dem es ziemlich mystisch abging. Ich hätte dort von Baumrinden und Pilzen über Traumfänger und Mineralsteine bis hinzu Gewürz-/ Kräutermischungen und Buschtrommeln alles kaufen können. Für ein paar Cents hätte ich außerdem von Indianeromas oder Shamanen meine Seele reinigen lassen, was ich dann doch lieber gelassen habe. Auf jeden Fall wird dabei Rauch, Mayagesänge und Gesichtsfarbe benutzt... Was mich dann allerdings wirklich geschockt hat, war der Tiermarkt auf der anderen Seite. Dort gab es Hunde, Tauben, Ziegen, Schlangen, Kühe, uvm. Tierschützer und Geruchsfans wären schon nach etwa 5 Sekunden gestorben. Dicht an dicht stehen die Tiere, teilweise mit Deformierungen und Verletzungen und ein bestialischer Gestank bis zum Himmel... Ich war entsetzt und fand es einfach nur abartig. Es ist eine Sache mit schmuddeligen Gegenständen zu handeln, aber mit Tieren?

Ich wollte dann wieder zurück zum Hostel und chillte dort erstmal etwas. Dann besuchte ich die etwas weiter weggelegene "Zona Rosa", ein superinteressantes Viertel, was sowohl Rotlicht- und Party- als auch das Banken- als auch das Schwulenviertel, kurz um ein bunter MIx, der sich normalerweise ausschließt. Dem Regen zum Trotz lief ich zwischen Hochausbauten und Verkehrschaos, immer weiter Richtung "Zona Condesa & Roma".

Diese zwei Stadtteile werden natürlich stark von den italienischen Einwanderern geprägt, überall findet man Pizzerias und Eisdielen. Insgesamt gibt es viele Flaniermeilen und echt schöne Wohngegenden, vergleichbar mit der List. So langsam wurde es schon wieder dunkel und ich konnte meinen Tag beim leckeren Burgeressen ausklingen lassen. Leider dauerte dies etwas länger und ich hatte den Rückweg echt unterschätzt...

Ab 10 Uhr wurde es richtig komisch auf den Straßen. Natürlich musste ich quer durch ein hässliches Schmuddelviertel, in dem die Leute teilweise in ihren ramponierten Auto schliefen und ich wieder mehrmals angesprochen wurde, ob ich denn keine Drogen kaufen wolle... Endlich war es halb 11 und ich war wieder zurück, immernoch zitternd und respektvoll aber auch etwas stolz...^^

Der bobasische Plaza Mayor... ... mit vielen kleinen Highlights! Die vielseitige Einer der vielen Märkte Ich habe den Museumsnamen vergessen... Leider ist das auch die bittere Realität...

Etwas von Indiana Jones - Fortsetzung der Maya

10Mai2014

Wie versprochen kommt hier im Folgenden mein Erfahrungsbericht von Chichen Itzá, der Vorzeigeruinenstätte Mexikos. Vor ein paar Jahren wurde es zu einen der neuen Sieben Weltwundern gewählt. Und das zurecht!

Ich startete meinen Tag mit einem Frühstück aus "to go" und ging zum Busterminal, da ich ja von dort abgeholt werden sollte. Tja, leider wurde ich vergessen und so musste ich dort alleine anreisen, wie ich es ja sowieso immer schon gewohnt war. Gott sei Dank wurden mir die Kosten der Kompletttour erstattet und ich konnte es gleich in normale Bustickets eintauschen. Wie gewohnt folgte eine vierstündige, bequeme Fahrt mit Klimaanlage und Fernsehbespaßung :))

Die Landschaft außerhalb war superlangweilig. Die ganze Zeit absolut einödige Pampasteppe, wie man sie sich von Mexiko auch vorstellt. Kurz vorher fuhren wir noch durch Valladolid, eine typische Mexikanerstadt mit alten Gebäuden, Cowboys und mächtige Mittagshitze.

Bei den Ruinen angekommen, lief ich erst einmal gegen eine Wand und war erstaunt über die Besuchermassen. Leider konnte ich keinen bezahlbaren Guide finden und so machte ich mal wieder mein eigenes Ding, selbst ist der Mann! Vorbei an den völlig überlaufenden Kassen, rein ins Getummel des Straßenmarktes innen! Aber dann endlich kam ich zu den Haupruinen an: "El Castillo" ist das Herzstück der Stätte und das wohl am meisten Bekannte. Daneben gibt es allerdings auch noch einige Tempel, Paläste, Grabstätten, andere Gebäude und Säulenformationen. Man verliert echt schnell den Überblick und ich wusste irgendwann nicht mehr, an welchen Bauten ich schon vorbei gewesen bin und an welchen nicht. Den "Caracol" (Schnecke) fand ich auch wirklich sehenswert, allerdings hätte ich ihn fast übersehen xD

Zwischendrin bekam ich durch die übertriebene Hitze und wegen des dürftigen Frühstücks ziemlich großen Hunuger und gönnte mir echt superleckere Borritos in dem dazugehörigem Luxusrestaurant, das komischerweise leer war.

Zurück bei den Ruinen besuchte ich schließlich den Heiligen "Cenote", ein wirklich schönen Tümpel der Maya.

Das Herzstück des Parks Die Schneckenhaus ohne Schnecke Das verzierte Mauerwerk Ich hatte einen schönen Tag!

Ich muss schon sagen, dass mich die Ruinen wiedermal überrascht haben. Sie sind zwar ähnlich wie die von Tikal, aber sie stehen halt in der trockenen Wüstenlandschaft und nicht im nassen Urwald. Außerdem sind durch die kurzen Wege innerhalb und dadurch dass diese besser erhalten sind, Grund dafür, dass viel viel mehr Touristen da waren, das ist schon nicht mehr feierlich... Im Gegensatz zu Tikal steht an jeder Ecke jemand, der dir seine Handwerkskunst verkaufen will, in Tikal gab es nur zwei oder drei davon. Obwohl Chichen Itzá (zu deutsch: "Mund des Brunnens") viel schöner ist und verständlicherweise eines der neuen Sieben Weltwunder darstellt, hat es mir in Tikal besser gefallen, da dort alles viel untouristischer und so unentdeckter wirkt. In Mexiko wird einfach alles drei- bis fünfmal kommerzialisiert und daran muss man sich gewöhnen...

An einer unscheinbaren Stelle habe ich mich von einem netten Einheimischen volllabern lassen, der mir dann einen Crashkurs für die Mayasprache gab und froh war, endlich mal mit jemanden spanisch reden zu können. Er tat mir ehrlich gesagt etwas leid und deshalb kaufte ich ihm eine superschöne Steinstatue ab, die eine Maya-Gottheit zeigt. Als Dank ließ ich mich noch etwas herumführen und ich hatte den Eindruck, dass er mir alle wichtigen Informationen über die Ruinen gab, die mir ein Guide auch hätte geben können. Voll super von ihm^^

Am Nachmittag musste ich ja bereits wieder zurück und meine Tasche packen, da es am nächsten Tag schon wieder weiter ging und zwar nach Mexiko City!!! :)

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